China – Final Countdown

Xizhou – Festival zum Reispflanzen

Die bisherigen Erfahrungen haben uns gezeigt, dass wir den grösseren, von Chinesen als Ferienort „entdeckten“ Ortschaften ausweichen und uns auf eher ländliche Dörfer konzentrieren sollen. Zudem versuchten wir die Reisedistanzen so kurz wie möglich zu halten. Soweit das im sehr weitläufigen China / Yunnan möglich ist. Auch auf Hinweis der Studiengruppe legten wir den nächsten Halt in Xizhou ein, wo sich der Amerikaner Brian Linden seit vielen Jahren mit der lokalen Bevölkerung engagiert und selber ein Center führt. Der Zufall (gibt es das?) wollte es, dass bei unserer Ankunft soeben das grosse Reispflanz Festival begann und wir wieder mal mittendrin waren. Ohne Chance auf etwas Erholung. Musik spielt auf, die Bevölkerung in Ihren Sonntagskostümen, Opfergaben für die Götter wurden gespendet und Drachentänze dargeboten. Dank dem Linden Center durfte sich Thomas als Reispflanzer versuchen, wobei er nicht ganz den Takt und die Geschwindigkeit der geübten Pflanzerinnen halten konnte. Trotzdem gingen wir in den nächsten Tagen weiterhin mit Stolz am Reisfeld vorbei.

Anderntags streiften wir über den lokalen Markt (wieder mal), amüsierten uns, dass die Chinesen vor jedem Fenster, jedem Shop und jeder Blume für ein Foto posieren, beobachteten, wie die Quartiernews mit Kreide auf die Wand geschrieben werden und fuhren mit dem Bike über Reisfelder zum nächsten Dorf, das sich ganz auf die Indigo Färbung von Tücher spezialisiert hat. Da wurden wir unserem Vorsatz, nichts zu kaufen wieder mal untreu…. In einer Kaffeebar lernten wir den Besitzer Peter kennen, der uns wiederum mit grösster Sorgfalt gefilterten Kaffee zubereitete und auch über eine echte italienische Kolbenmaschine verfügte. Er notierte uns für die Reise zum nächsten Ort die Umsteigeverbindungen in chinesischer Sprache, so dass wir diese dem Taxifahrer und an der Busstation vorlegen konnten. Zudem gab er uns gleich die Adresse einer Kaffeebar in Weishan mit.

Weishan

So liessen wir das bekannte Dali links liegen und konnten dank der spontanen Bereitschaft von Brian Linden im Bus einer amerikanisch-chinesischen Familie die erste Etappe zurücklegen, bevor wir dann wieder mal alleine unterwegs waren nach Weishan, einem verschlafenen Ort mit schön restaurierter Hauptgasse und einem nahen Berg mit zahlreichen Taoistischen Tempeln. In dieser Gasse wurden die Nudeln zum Trocknen an der Luft aufgehängt und einem der letzten Schriftenmaler konnten wir über die Schultern schauen. Ein lokales Team war gerade dabei, eine Dokumentation über den 92-Jährigen zu drehen, der überregional die Türrahmen für Neujahr oder auch im Todesfall beschriftet und mit entsprechenden Informationen kennzeichnet.

Kunming

Nach einer kurzweiligen Zugfahrt erreichten wir die letzte Station in China, Kunming, Schwesterstadt von Zürich, welche inzwischen auf 6 mio Einwohner angewachsen ist. Aus dem Zugfenster konnten wir nochmals den Mix von traditioneller Landwirtschaft, welche vorwiegend ohne Unterstützung von Maschinen auskommen muss, Ansammlungen von Hochhäusern wie auch enormen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur mit teils parallel laufenden Autobahnen und Zugstrassen beobachten. Eine faszinierende Mischung. Und dann in der Millionenstadt treffen sich die Leute zum abendlichen Karaoke unter freiem Himmel!

China wächst nicht nur enorm schnell und lernt und kopiert von seinen Vorbildern, nein es hat sich inzwischen eine Industrie gebildet, welche die westlichen Vorbilder aufs Trefflichste imitiert. Wir sind jedoch der Meinung, dass diese Marken aus chinesischer Sicht wohl recht eigenständig daher kommen.

Nach 7 Wochen Reisen benötigen wir nun etwas Ferien und tauchen ab – zum Tauchen und Entspannen auf Bail, der Insel der Götter. Wir sind gespannt und halten Euch auf dem Laufenden.

One comment

  • Danke für den interessanten Bericht, welchen ich soeben nochmals gelesen habe. Wirklich toll und super Bilder … mein Kompliment … aber ich hätte auch Ferien nötig :-))))) … enjoy und lieben Gruss Thomas

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